See other templates

Suchen


5,48 Millionen Franken sollen aus dem Lotteriefonds an Projekte im Kanton St. Gallen fliessen, das beantragt die Kantonsregierung dem Kantonsrat. Rund 250000 Franken davon fliessen in die Regionen Werdenberg und Obertoggenburg, vorausgesetzt, das Geschäft wird im Juni im Kantonsrat genehmigt. Der Kanton St. Gallen ist Mitträger der Schweizerischen Landeslotterie, welche die Gewinne an die Kantone ausschüttet. Heuer fliessen aus dem letztjährigen Gewinn 20,8 Millionen Franken in den Kanton St. Gallen.

110000 Franken werden für die Inszenierung «Anna Göldi» gesprochen, welche 2020 von der Freilichtbühne Rüthi gezeigt wird. Diese ist eines der grössten und traditionsreichsten Freilichttheater der Ostschweiz. In der Vergangenheit wurden mit grossem Erfolg Stücke wie «Das Franzosengrab», «Die Schwabenkinder» oder zuletzt «Der Schmugglerkönig» realisiert. Die Bühne hat weit über den Kanton hinaus einen hervorragenden Ruf, was unter anderem auch darin begründet liegt, dass die zur Aufführung gelangenden Stücke eigens für diese Bühne geschrieben werden und Themen aus der Region aufnehmen, lautet die Begründung der Regierung. Die künstlerische Leitung liegt beim Theater- und Filmautor Kuno Bont aus Werdenberg. Vorgesehen ist eine Zusammenarbeit mit dem Anna-Göldi-Museum im glarnerischen Ennenda und der Anna-Göldi-Stiftung. Der im Vergleich mit der letzten Aufführung höhere Beitrag wird damit begründet, dass ein Beitrag an die Verbesserung der Infrastruktur vorgesehen ist. Der alte Spielplatz wurde wegen des Baues von Strommasten unbespielbar und musste unplanmässig aufgegeben werden, heisst es in der Botschaft. Das Budget für die Inszenierung 2020 enthält daher ausserordentlich rund 30000 Franken zur Schaffung von Lagerkapazität und zur besseren Erschliessung des neuen Spielgeländes. Die Gesamtkosten für die Realisierung von «Anna Göldi» betragen 824000 Franken.

Die Anna-Göldi-Stiftung zeichnet mit ihrem Menschenrechtspreis Menschen aus, welche entweder Opfer von Unrecht und Willkür wurden oder die sich für Menschenrechte und gegen Justiz- und Behördenwillkür einsetzen.

Mariella Mehr
Mariella Mehr

Mariella Mehr verkörpert beides: Die 1947 als Tochter von Fahrenden geborene Mehr wurde ihren Eltern vom Pro Juventute -„Hilfswerk für Kinder der Landstrasse“ weggenommen. Sie musste danach eine richtiggehende Odyssee in Heimen, Erziehungs-, Strafanstalten und Kliniken über sich ergehen lassen.

Ein Zeichen gegen das Vergessen

Doch Mehr stemmte sich gegen ihr Schicksal. Sie verwandelte ihre Demütigungen und Verletzungen in ein beispielloses Engagement für Minderheiten (namentlich für die Jenischen), sei dies als kämpfende Politaktivistin oder als Literatin. Wiederholt erhob sie ihre starke Stimme mit ungeheurer bis ungeheuerlicher Wortgewaltigkeit gegen das damalige Unrecht sowie gegen die Misshandlung von Frauen und Kindern in heutiger Zeit. Diesen Kampf um Gerechtigkeit anerkennt die Anna-Göldi-Stiftung mit ihrer Preisvergabe. Die Anna-Göldi-Stiftung setzt damit auch ein Zeichen gegen das Vergessen: Sie soll an all jene Kinder erinnern, die ihren Eltern weggenommen wurden und in Heimen oder als Verdingkinder oft ein hartes Schicksal erfahren mussten und die heute noch darunter leiden.

Die Preisverleihung findet am Samstag 16. Juni 2018 um 10 Uhr im Anna Göldi Museum in Glarus/Ennenda statt. Der öffentliche Anlass steht in Verbindung mit dem Andenken an Anna Göldi, die als "letzte Hexe" am 13. Juni 1782 in Glarus hingerichtet wurde.

Bisherige Träger des Anna-Göldi-Menschenrechtspreises:

  • 2009: Prof. Luzius Wildhaber, langjähriger Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Strassburg
  • 2011: Amira Hafner, Religionswissenschaftlerin
  • 2015: Turi Honegger (Verdingkind, Journalist), Ursula Müller-Biondi (administrativ versorgt, Menschenrechtsaktivistin)

Der Anna-Göldi-Stiftungsrat hat kürzlich die 33-jährige ausgewiesene Finanzexpertin Veronika Britt und die 28-jährige Theologin und Journalistin Francesca Trento als neue Mitglieder gewählt. Die Anna-Göldi-Stiftung will sich damit für die Zukunft rüsten und setzt nebst den erfahrenen älteren Mitgliedern auf frische, jugendliche Kräfte.

Veronika Britt
Veronika Britt
Francesca Trento
Francesca Trento

Mit der Ernennung der beiden Frauen setzt die Stiftung ein klares Zeichen in dieser Richtung. Sowohl Veronika Britt als auch Francesca Trento zeichnen sich durch grosses soziales Engagement aus. Die bei der FINMA tätige Veronika Britt verfasste zudem eine Bachelor-Arbeit zur Rehabilitierung von Anna Göldi.

Im weiteren teilt die Anna-Göldi-Stiftung mit, dass der Neustart des Anna Göldi Museums im Jahr 2018 bestens geglückt ist und sich erfreulich viele Gruppen für Museumsführungen angemeldet haben. Auch ein vielfältiges Ausstellungs- und Vortragsprogramm wartet in den nächsten Wochen und Monaten auf die Besucher des Anna Göldi Museums im Hänggiturm in Glarus.

Zum Seitenanfang